Landwirtschaftliche- und Käsereigenossenschaft Cham

Unter der Rubrik «Porträt» stellen wir jeweils einen Betrieb der «Buuregnossi Cham» vor.

Guido Moser von der Chopfweid 1 in Cham betreibt seit 34 Jahren einen Pouletmaststall.



Es war ein eisigkalter Wintertag im Februar 2021 als Guido Moser uns – Rupi und mir (Claudia) – seinen Betrieb zeigte.
Da die Fotos wenig von der schönen Landschaft zeigen, werde ich im Frühling neue Fotos machen gehen.

Pouletmast in Bibersee
Guido Moser ist in Bibersee aufgewachsen und übernahm 1993 den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern. Die Pouletmast betreibt er bereits
seit 1987. Nachdem er zuvor einige Jahre im Pouletmaststall von Theo Schuler beim Ausstallen geholfen hat, baute er eigenhändig auf dem Grundstück seiner Eltern einen Stall für 5000 Küken. So fing alles an.
Der Konsum von Pouletfleisch hat in den letzten Jahren stets zugenommen, die Vorschriften und Kontrollen allerdings auch. Guido hat einen Betriebsvertrag mit der Bell Food Group, die ganz genau vorschreibt, was eine Pouletmast beinhalten muss. Zur Bell Food Group gehören 360 Betriebe.
Das Pouletfleisch liefert Bell an Coop.

Vom Küken zum Masthuhn
Die Küken sind einen Tag alt, wenn sie angeliefert werden. Im warmen Stall mit genügend Futter und Auslaufstall (Wintergarten) bleiben sie dreissig bis sechsunddreissig Tage. Sieben Tage bevor sie zum Schlachthof nach Zell abtransportiert werden, muss Guido die Hühner wägen und die Daten an Bell liefern. In der Schweiz werden rund 60 Millionen Masthühner jährlich geschlachtet. Für den Verlad der Hühner helfen acht Leute mit. Danach hat Guido 5 bis 10 Tage Zeit, den Stall auszumisten, zu reinigen und zu desinfizieren.
Zwei Tage bevor die nächsten 5000 Küken kommen, beginnt er mit dem Einheizen des Stalls. Tierfreundliche Haltung macht Guido nicht, weil es vorgeschrieben ist, sondern, weil für ihn das selbstverständlich ist. Wenn er nochmals von vorne beginnen könnte, würde er alles genau so wieder machen. Für ihn und seine Familie stimmt es so.

Teilzeit-Job beim Bruder in Niederwil
Seit 20 Jahren arbeitet Guido in einem 50%-Pensum bei seinem Bruder in Niederwil und repariert Rasenmäher und diverse Motorgeräte. Auswärts zu arbeiten ist ein grosser Vorteil, meint Guido. Die Arbeit macht Freude und verändert den Blickwinkel auf die eigenen Probleme, die man als Landwirt kennt. Seine Frau schaut zu Haus und Garten, hält Guido den Rücken frei, erledigt alles Administrative und ist für die beiden Kinder Vanessa und Joel da. Joel will nach seiner Lehre die landwirtschaftliche Schule besuchen und eines Tages den Hof übernehmen. Die Perspektive, dass eine familiäre Tradition weiterlebt ist Guido wichtig.

Kühe, Hochstammbäume und
ein feines Essen

Zum landwirtschaftlichen Betrieb, der 12 Hektaren gross ist, gehören nebst den 5000 Küken auch 16 Milchkühe und viele Hochstammbäume. Langweilig wird es Guido nicht. Er schätzt was er hat und geniesst es, wenn er mit seiner Frau ab und zu auswärts essen gehen oder eine Fahrt ins Blaue mache kann.

Wanderweg führt an der
Chopfweid vorbei

Der Hof liegt etwas oberhalb von Bibersee an einer Privatstrasse, wo ein offizieller Wanderweg vorbeiführt. Nicht nur die Hundehalter spazieren gerne dort vorbei, auch Familien haben diesen Weg in der Corona-Zeit entdeckt und kamen in Scharen. Da erlebten die Moser’s schon so einiges, was nicht immer lustig war. Plötzlich gehörte die Schaukel allen Kindern, unter der Bäumen wurde fröhlich ein Picknick ausgepackt und die Kirschen frisch von den Bäumen gepflückt ohne zu Fragen. Wenn die Leute jedoch fragen, ob sie Kirschen pflücken dürfen, sage ich immer ja, meint Guido. Doch oftmals bekamen sie nicht mal ein «Grüezi».