Landwirtschaftliche- und Käsereigenossenschaft Cham

Unter der Rubrik «Porträt» stellen wir immer einen Betrieb der «Buuregnossi Cham» vor.

Joe und Silvia Hausheer bewirtschaften in 7. Generation den Landwirtschaftsbetrieb des Klosters Frauenthal in Hatwil, in der Gemeinde Cham. Sie leben inmitten herrlicher Agrar-Landschaft zusammen mit ihren Kindern Alina und Simona.



Es ist ein grauer Wintertag, als wir (Rupi Heggli und Claudia End) von Joe und seiner Frau Silvia herzlich empfangen wurden. Ich war nicht das erste Mal auf seinem Betrieb in Hatwil, aber das erste Mal, wo ich kaum ein wirklich gutes Foto machen konnte, so spannend war es für mich, zu hören, was Joe erzählte.

Eine langjährige Familien-Geschichte
Die Familie Hausheer bewirtschaftet seit 1816 den Hof des Kloster Frauenthal, was eigentlich alles schon sagt, über die gute Zusammenarbeit der Pächter und dem Kloster. Eine Familien-Dynastie, in der nicht nur wertvolles Wissen weitergegeben wurde, sondern auch die unbeschreiblich grosse Freude an Natur und Tier.

Milchwirtschaft mit Roboter
Mit Stolz zeigt Joe seinen Betrieb, seine
60 Kühe, die Rinder und Kälber. Vor neun Jahren haben sie einen Melk-Roboter im Stall installiert welcher eine Arbeits-entlastung für die Familie ist.
Sie erledigen die Arbeit auf dem Hof mit Teilzeitangestellten. Pro Tag geht eine
Kuh im Schnitt 2,5 Mal selbständig zur Roboterstation und lässt sich melken. Jede Kuh trägt einen Sensor um den Hals, der die Einzelheiten auf einem Monitor aufzeichnet. Joe ist an Technik genauso interessiert, wie an Ökologie. Handwerk und Technik ergänzen sich gut. Und wenn man nun denkt, der Bezug zu den Kühen geht bei soviel Technik verloren, der täuscht sich. Er hat ein grosses Herz für seine Tiere – auch für Vögel, aber dazu später.

Futteranbau für Eigengebrauch
Über den Melk-Roboter könnte ich noch einiges schreiben, doch es gibt noch
mehr spannendes über die Hausheers zu berichten. Zum Beispiel, dass zum Hof 48 Hektaren Land gehört, das für die Futter-produktion ihrer Tiere genutzt wird. Eine Kuh frisst im Tag ca. 25 Kilo Mais, 18 Kilo Gras und 3 Kilo Heu, das Mal 60 x 365 Tage – da geht die Arbeit nicht aus.
Zum Glück kann Joe auf die wertvolle Hilfe seines Schwiegervaters zählen, wie auch auf jahrelange Teilzeitangestellte, die zum Hof schauen, wenn die Familie mal verreist.

Ornithologe und Botaniker
Auf dem Betrieb in Hatwil hängen 100 Nistkästen für die Vögel. Er ist ein Hobby-Ornithologe und Hobby-Botaniker. Sein Ziehvater ist Raymund Gmünder, von der landwirtschaftlichen Schule in Cham. In seinem Biotop leben wieder Laubfrösche, die lange als ausgestorben galten.
Im Gebiet Hatwil haben sich 50 verschie-dene Vogelarten und 30 verschiedene Schmetterlingsarten angesiedelt. Auch der eher seltene Vogel Nachtigall ist zurück und auf dem Hausdach sitzt ein Storch in seinem Nest. Storchennester gibt es nicht viele im Kanton Zug. Für sein vorbildliches Engagement für die Umwelt und Natur konnte Joe schon Auszeichnungen entgegennehmen. Seine gesunde Neugier und sein Interesse die Pflanzen- und Tierwelt besser zu verstehen sind grenzenlos. Übrigens, rund um den Hof wachsen viele einheimische Pflanzen und im hinteren Teil steht das «Schnapshüsli» indem seine Vorfahren noch Schnaps gebrannt haben. Die Konzession zum Brennen hat er. Doch seine Passion gehört den Tieren und Pflanzen, denn wenn er etwas macht, macht er es gut und intensiv, denn nur so stimmt es für ihn.